Berichte zu Tulle
Wenn Musik Brücken baut
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Ein Porträt der Freundschaft zwischen Marieluise und Alfred Eißele aus Schorndorf und Jean-Claude Bonnélye aus Tulle
1964. Die Beatles erobern mit ihrem ersten Auftritt in der Ed Sullivan Show die Herzen von Millionen. Cassius Clay, noch bevor er sich Muhammad Ali nennt, wird Boxweltmeister im Schwergewicht. In Tokio bereitet sich die Welt auf die ersten Olympischen Spiele in Asien vor. Die Welt befindet sich im Aufbruch, Grenzen beginnen sich zu öffnen; nicht nur auf den Landkarten, sondern auch in den Köpfen der Menschen.
Doch während vielerorts Optimismus herrscht, sind die Narben des Zweiten Weltkriegs noch deutlich sichtbar. Im französischen Tulle liegt das Massaker vom 9. Juni 1944 erst zwanzig Jahre zurück. Angehörige der SS hatten damals 99 Männer grausam ermordet und zahlreiche weitere Einwohner verschleppt. Im nahegelegenen Oradour waren es tags drauf sogar 643 Opfer. Kaum eine Familie blieb von den Folgen verschont.
Dass zwanzig Jahre später trotzdem eine der langlebigsten Freundschaften zwischen Schorndorf und Tulle entstehen sollte, entsteht zunächst aus einem Zufall.
Herzlicher Empfang und unvergessliche Tage – Tuller Gäste zu Besuch in Schorndorf
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81. Jahrestag Drame de Tulle 2025
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Eine kleine Schorndorfer Delegation war zum 81. Jahrestag des Drame de Tulle angereist. Oberbürgermeister Bernd Hornikel mit seiner Frau Jil und der neuen Leiterin des Fachbereiche Kommunales, Dörte Lange, wurden begleitet von 4 Schorndorfer Künstlern (Lutz Thilo Mössle mit Frau, Ulrich Kost und Hartmut Ohmenhäuser) sowie Ralf und Regina Beck, Brigitte Cajar und Thomas Röder vom Partnerschaftsverein. Zuerst hat die Gruppe die im letzten September gepflanzten Apfelbäume von Lutz Thilo Mössle besichtigt, welche gut angewachsen sind.
Bernd Leube ist verstorben
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Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Kahla hat die Grundsteine für fast alles in Kaha gelegt, sagt der jetzige (parteilose) Bürgermeister Jan Schönfeld. Leube, der 22 Jahre Bürgermeister war habe zu unserem Glück nach der Wende vieles angeschoben. Darunter das Gewerbegebiet und den Erdgasanschluss. Bernd Leube wurde 1990, gewählt. Gelernt hat er Elektromechaniker bei Zeiss, lehrte Mathematik und Physik und war Schulleiter in Kahla. Im Jahr 1991 hat er die Städtepartnerschaftsurkunde mit Schorndorf unterzeichnet, gemeinsam mit dem damaligen Schorrndorfer Oberbürgermeister Winfried Kübler.
2012 wurde er zum Ehrenbürger ernannt. Auch die Förderung sozialer Einrichtungen war ihm ein Anliegen. Er gründete 2001 die Heimatgesellschaft Kahla und im Karnevalsclub Dohlensteen war er 14 Jahre Präsident. Zu dieser Zeit waren auch öfters Gruppen aus Schorndorf mit großer Begeisterung bei Faschingsveranstaltungen dabei.
Er starb am 14. April im Alter von 75 Jahren. Der Partnerschaftsverein denkt gerne an viele schöne Stunden mit ihm zurück und behält ihn in dankbarer Erinnerung.
2024 - Vorsitzender Thomas Röder mit OB Bernd Hornikel in Tulle
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Anfang September holte OB Bernd Hornikel seinen Antrittsbesuch in Tulle nach, der wegen den Gemeinderatswahlen im Juni nicht möglich war. Begleitet wurde er von seiner Partnerin, Jill Rieth, Sonja Schnaberich-Lang und Franziska Starz von der Stadtverwaltung. Da der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Thomas Röder im Juni ebenfalls verhindert war, hat er sich mit seiner Frau Margit Röder der Delegation angeschlossen. Sehr herzlich begrüßt wurde die Gruppe zusammen mit Schorndorfer Künstlern im Rathaus von Bürgermeister Bernard Combes. Stadträte haben über die enge deutsch-französische Partnerschaft und die Freundschaft der Völker gesprochen. Einer Freundschaft, die gepflegt werden muss - so wie diese seit über 50 Jahren bestehende Städtepartnerschaft.
Anschließend wurde das alte Viertel von Tulle mit dem Kreuzgang des Klosters und Ateliers der Rue des Arts besichtigt. Im neuen Museum Cite de l'accordeon et des patrimoines wurde anschaulich die lange Tradition der Akkordeon Herstellung in Tulle erklärt. Auch die Tuller Spitze ("Poinct de Tulle") und die Geschichte der Waffenfabrik wird in diesem Museum gezeigt.
Honorarkonsul Folker Zöller aus Mannheim erläuterte bei einem Rundgang durch die Straßen des Ortsteils Souilhac eindrücklich welche Gräuel die Waffen SS Das Reich am 9.Juni dort angerichtet hat. Insgesamt hat die Stadt 200 Tote zu beklagen. An der Gedenkstätte Champ des Martyrs legten OB Hornikel und Bernard Combe gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Committee des Martyrs Roland Gonieau einen Kranz nieder. Roland Gonieau bedankte sich im Namen der Familien der Getöteten sehr für das Kommen und die Anteilnahme.
Folker Zöller stellte auch die Skulptur "Paperbomb" von Nessi Nezilla vor, die auf seine Initiative hin im Juni hier aufgestellt wurde. Sie ist ein Symbol gegen das Vergessen und für den Frieden. Das Motto der Skulptur lautet: "Wenn alle Bomben aus Papier wären, gäbe es keinen Krieg mehr!"



Schließlich wurden von Oberbürgermeister Bernd Hornikel und seinem französischen Kollegen Bernard Combes im Park de l‘Auzelou, einem Freizeitgelände, 2 deutsch-französische bzw. französisch-deutsche Apfelbäume gepflanzt. Diese wurden von Lutz Thilo Mössle, Bildhauer aus Rudersberg, im Rahmen der diesjährigen Rue des Arts in Tulle, aus einem französischen und einem deutschen Apfelbaum gepfropft. Sie sollen symbolisch die wachsende Verbindung der Partnerstädte darstellen. Anwesend bei dieser Zeremonie war auch Francois Hollande, ehemaliger Bürgermeister von Tulle, ehemaliger Staatspräsident und aktuell Abgeordneter der Region in Paris.



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